.Sure 12 | Joseph |
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  1 §lr (alif laam raa§). Dies sind die Verse der deutlichen Schrift.  
  2 Wir haben sie als einen arabischen Koran hinabgesandt. Vielleicht würdet ihr verständig sein.  
  3 Wir geben dir dadurch, daß wir dir diesen Koran (als Offenbarung) eingegeben haben, den besten Bericht. Du warst zuvor unter denen, die keine Kenntnis haben.  
  4 "(Damals) als Joseph zu seinem Vater sagte: ""Vater! Ich habe (im Traum) elf Sterne und die Sonne und den Mond gesehen. Ich sah sie (voller Ehrfurcht) vor mir niederfallen."""  
  5 "Sein Vater sagte: ""Mein Sohn! Erzähle dein Traumgesicht nicht deinen Brüdern, sonst werden sie eine List gegen dich anwenden! Der Satan ist dem Menschen ein ausgemachter Feind (und immer bereit, Zwietracht zu stiften)."  
  6 "So (wie du geträumt hast) wird dein Herr dich erwählen. Und er wird dich lehren, Träume zu deuten, und seine Gnade an dir und an der Sippe Jakobs vollenden, so wie er sie früher an deinen beiden Vorvätern Abraham und Isaak vollendet hat. Dein Herr weiß Bescheid und ist weise."""  
  7 In (der Geschichte von) Joseph und seinen Brüdern lagen doch Zeichen für diejenigen, die (nach der Wahrheit) fragen.  
  8 "(Damals) als sie sagten: ""Joseph und sein Bruder sind unserem Vater lieber als wir, wo wir doch eine (ganze) Schar sind (und sie nur zwei)! Unser Vater befindet sich offensichtlich im Irrtum."  
  9 "Tötet den Joseph oder setzt ihn irgendwo aus (itrahuuhu ardan), damit euer Vater sich (mit seiner Sympathie) ausschließlich euch zuwendet und ihr, wenn er (erst einmal) nicht mehr da ist, rechtschaffene Leute seid!"""  
  10 "Einer von ihnen sagte: ""Tötet Joseph nicht, sondern werft ihn auf den Grund der Zisterne, damit ihn irgendeiner der (dort vorbeikommenden) Reisenden findet (und an sich nimmt)! (Tut das) wenn ihr (schon) vorhabt, etwas zu tun!"""  
  11 "Sie sagten: ""Vater! Warum vertraust du uns Joseph nicht an? Wir sind ihm (doch) aufrichtig zugetan (naasihuuna)."  
  12 "Schick ihn morgen mit uns, damit er es sich wohl sein läßt (yarta`) und spielt! Wir werden (bestimmt) auf ihn achtgeben."""  
  13 "Er sagte: ""Ich bin traurig darüber, daß ihr ihn mitnehmen wollt. Und ich fürchte, daß ihn ein Wolf fressen wird, während ihr nicht auf ihn achtgebt."""  
  14 "Sie sagten: ""Wenn ihn ein Wolf fressen sollte, wo wir doch eine (ganze) Schar sind, wäre es schlecht um uns bestellt."""  
  15 "Als sie ihn dann mitgenommen hatten und übereingekommen waren, ihn auf den Grund der Zisterne zu tun (war es um ihn geschehen). Und wir gaben ihm ein: ""Du wirst ihnen (später) über das, was sie da getan haben, Kunde geben, ohne daß sie es merken (daß du selber zu ihnen sprichst)."""  
  16 Und abends kamen sie weinend zu ihrem Vater.  
  17 "Sie sagten: ""Vater! Wir gingen weg, um einen Wettlauf zu machen, und ließen Joseph bei unseren Sachen zurück. Da fraß ihn ein Wolf. Aber du glaubst uns (ja doch) nicht, auch wenn wir die Wahrheit sagen."""  
  18 "Und sie brachten falsches Blut auf sein Hemd. Ihr Vater sagte: ""Nein! Ihr habt euch etwas eingeredet. Doch schön geduldig sein (ist meine Losung). Und Allah sei um Hilfe gebeten gegen das, was ihr aussagt (und was gar nicht wahr ist)!"""  
  19 "Und Reisende kamen daher. Sie schickten ihren Wasserholer, und der ließ seinen Eimer (in die Zisterne) hinunter. Er sagte: ""Eine gute Nachricht! Hier ist ein junger Mann (ghulaam)."" Und sie versteckten ihn als Ware. - Aber Allah wußte Bescheid über das, was sie taten."  
  20 Und sie verkauften ihn um einen schäbigen Preis, eine Anzahl von Drachmen, und verzichteten (ihrerseits) auf ihn.  
  21 "Derjenige, der ihn (dann) kaufte, (ein Mann) aus Ägypten, sagte zu seiner Frau: ""Nimm ihn freundlich (in unseren Haushalt) auf! Vielleicht wird er uns (noch) von Nutzen sein, oder wir nehmen ihn als Kind an."" So gaben wir dem Joseph Macht im Land. Auch wollten wir ihn lehren, Träume zu deuten. Und Allah hat in dem, was er sich vornimmt, die Oberhand. Aber die meisten Menschen wissen (es) nicht."  
  22 Und als er mannbar geworden war, gaben wir ihm Urteilsfähigkeit (hukm) und Wissen. So vergelten wir denen, die Gutes tun (al-muhsiniena).  
  23 "Nun wollte die (Frau), in deren Haus er war, daß er sich ihr hingebe (raawadathu `an nafsihie). Sie schloß die Türen ab und sagte: ""Komm her!"" Er sagte: ""Da sei Allah vor! Er ist mein Herr. Er hat mich (in eurem Haus) gut aufgenommen. Den Frevlern wird es nicht wohl ergehen."""  
  24 Sie hätte sich ja nun am liebsten mit ihm eingelassen. Und (auch) er hätte sich mit ihr eingelassen. (Er hätte der Versuchung nicht widerstanden) wenn er nicht die Erleuchtung seines Herrn gesehen hätte. So (aber griffen wir ein) um Böses und Abscheuliches von ihm abzuwenden. Er ist (einer) von unseren auserlesenen Dienern.  
  25 "Und sie liefen beide (so schnell sie konnten) zur Tür (er, um zu entkommen; sie, um ihn am Entkommen zu hindern). Dabei zerriß sie ihm hinten das Hemd. Und sie fanden ihren Herrn an der Tür (stehen). Die Frau sagte: ""Wer deiner Familie etwas Böses antun will, verdient nichts (anderes), als daß er gefangen gesetzt oder empfindlich bestraft wird."""  
  26 "Joseph sagte: ""Sie wollte, daß ich mich ihr hingebe."" Und einer aus ihrer Familie legte (folgendermaßen) Zeugnis ab: ""Wenn sein Hemd vorne zerrissen ist, sagt sie die Wahrheit, und er ist einer von denen, die lügen."  
  27 "Wenn es aber hinten zerrissen ist, lügt sie, und er ist einer von denen, die die Wahrheit sagen."""  
  28 "Als er nun sah, daß sein Hemd hinten zerrissen war, sagte er: ""Das ist (wieder einmal) eine List von euch (Weibern). Ihr seid voller List und Tücke."  
  29 "Joseph! Laß davon ab! Und (du, Frau) bitte (Allah) um Vergebung für deine Schuld! Du hast dich versündigt."""  
  30 "Und (einige) Frauen in der Stadt sagten: ""Die Frau des hochmögenden (Herrn) (al-`aziez) will von ihrem Burschen (fataa), daß er sich ihr hingebe. Sie ist ganz verliebt in ihn. Wie wir sehen, befindet sie sich offensichtlich im Irrtum."""  
  31 "Als die Frau nun von ihrem hinterhältigen Gerede hörte, sandte sie zu ihnen (um sie zu sich einzuladen) und bereitete ihnen ein Gelage (muttaka§). Und sie gab einer jeden von ihnen ein Obstmesser und sagte (zu Joseph): ""Komm zu ihnen heraus!"" Als sie ihn nun sahen, fanden sie ihn groß(artig), und sie schnitten sich (vor Staunen mit dem Messer) in die Hand und sagten: ""Allah bewahre! Das ist kein Mensch (baschar). Das ist nichts (anderes) als ein edler Engel."""  
  32 "Sie sagte: ""Das ist eben der (fa-zaalikunna), dessentwegen ihr mich getadelt habt. Ich wollte in der Tat von ihm, daß er sich mir hingebe. Doch er hat seine Unschuld behalten. Aber wenn er (weiterhin) nicht tut, was ich ihm befehle, wird er (unweigerlich) gefangen gesetzt werden und zu denen gehören, die gering geachtet sind (as-saaghiriena)."""  
  33 "Er sagte: ""Herr! Gefangen gesetzt zu werden ist mir lieber als das, wozu sie mich auffordern. Und wenn du die List der Weiber nicht von mir abwendest, bekomme ich Verlangen nach ihnen und bin einer der Unwissenden."""  
  34 Da erhörte ihn sein Herr und wandte ihre List von ihm ab. Er ist der, der (alles) hört und weiß.  
  35 Hierauf nachdem man die Zeichen (seiner Unschuld) gesehen hatte, kam man auf den Gedanken (badaa lahum), man müsse ihn eine Zeitlang gefangen setzen.  
  36 "Nun kamen zusammen mit ihm zwei (weitere) Sklaven (fatayaani) ins Gefängnis. Der eine von ihnen sagte: ""Ich sah mich (im Traum), wie ich Wein kelterte."" Der andere sagte: ""Ich sah mich (im Traum), wie ich auf meinem Kopf Brot trug, von dem die Vögel fraßen. Gib die Deutung davon kund! Wie wir sehen, bist du ein rechtschaffener Mensch (mina l-muhsiniena)."""  
  37 "Joseph sagte: ""Ihr werdet eure (nächste) Essensration nicht bekommen, ohne daß ich euch vorher die Deutung davon kundgegeben habe. Das ist (etwas) von dem, was mein Herr mich gelehrt hat. Ich habe nämlich die Religion (milla) von Leuten aufgegeben, die weder an Allah noch an das Jenseits glauben,"  
  38 und bin der Religion meiner Väter Abraham, Isaak und Jakob gefolgt. Wir dürfen Allah nichts (als Teilhaber an seiner Göttlichkeit) beigesellen. Das ist (etwas) von der Huld, die Allah uns und den Menschen (überhaupt) erweist. Aber die meisten Menschen danken (es ihm) nicht.  
  39 Ihr beiden Mitgefangenen! Sind verschiedene Herren (als göttliche Wesen) besser oder Allah, der Eine, der Allgewaltige?  
  40 Ihr dienet an seiner Statt bloßen Namen, die ihr und eure Väter aufgebracht habt, und wozu Allah keine Vollmacht herabgesandt hat. Die Entscheidung (hukm) steht Allah allein zu. Er hat befohlen, daß ihr nur ihm dienen sollt. Das ist die richtige Religion (ad-dien al-qaiyim). Aber die meisten Menschen wissen (es) nicht.  
  41 "Ihr beiden Mitgefangenen! Was den einen von euch angeht, so wird er (demnächst) seinem Herrn Wein zu trinken geben. Was aber den anderen angeht, so wird er gekreuzigt werden, und die Vögel werden von seinem Kopf fressen. Die Angelegenheit, über die ihr mich um Auskunft fragt, ist (bereits) entschieden."""  
  42 "Und er sagte zu demjenigen von ihnen, von dem er annahm, daß er gerettet werden würde: ""Erwähne mich bei deinem Herrn (wenn du wieder in Freiheit bist)!"" Und der Satan ließ ihn vergessen, seines Herrn zu gedenken. (Er verließ sich statt dessen auf menschliche Fürsprache.) Darum blieb er (noch) etliche Jahre im Gefängnis."  
  43 "Und der König (von Ägypten) sagte: ""Ich sah (im Traum) sieben fette Kühe, die von sieben mageren gefressen wurden, und sieben grüne Ähren und (sieben) andere, die verdorrt waren. Ihr Vornehmen (mala§)! Gebt mir über mein Traumgesicht Auskunft, wenn (anders) ihr ein Traumgesicht auslegen könnt!"""  
  44 "Sie sagten: ""Eine Wirrnis von Träumen (ist das). Und wir kennen uns in der Deutung von Träumen nicht aus."""  
  45 "Und der von den beiden (Mitgefangenen des Joseph), der gerettet worden war, sagte - er erinnerte sich nach einer (gewissen) Frist (umma) (an Joseph) -: ""Ich werde euch die Deutung davon kundgeben. Schickt mich (weg, damit ich Auskunft holen kann)!"""  
  46 "(Er kam ins Gefängnis und sagte:) ""Joseph, du Wahrhaftiger (siddieq)! Gib uns Auskunft über sieben fette Kühe, die von sieben mageren gefressen werden, und sieben grüne Ähren und (sieben) andere, die verdorrt sind! Vielleicht werde ich zu den Leuten (die mich geschickt haben) zurückkommen, (so) daß sie vielleicht Bescheid wissen."""  
  47 "Joseph sagte: ""Ihr sollt sieben Jahre ununterbrochen (da§aban) säen. Was ihr dann erntet, das laßt in den Ähren (ohne es zu dreschen), außer einer geringen Menge, die ihr (während dieser Zeit) verzehrt!"  
  48 Hierauf, wenn diese Zeit um ist, werden sieben schwere (Jahre) kommen, die aufzehren werden, was ihr für sie zurückgelegt habt (qaddamtum), außer einer geringen Menge, die ihr aufbewahrt (tuhsinuuna).  
  49 "Hierauf, wenn diese Zeit um ist, wird ein Jahr kommen, in dem die Menschen (wieder) Regen haben, und in dem sie (wieder) keltern werden."""  
  50 "Der König sagte (nachdem ihm diese Auskunft überbracht worden war): ""Bringt ihn zu mir her!"" Und als der Bote (des Königs) zu ihm kam (um ihn zu holen), sagte Joseph: ""Kehr zu deinem Herrn zurück und frag ihn, wie es mit den Frauen steht, die sich (seinerzeit) in die Hand geschnitten haben! Mein Herr weiß über ihre List Bescheid."""  
  51 "Der König sagte (zu den Frauen): ""Wie war das (damals) mit euch, als ihr wolltet, daß Joseph sich euch hingebe?"" Sie sagten: ""Allah bewahre! Wir können ihm nichts Böses zur Last legen."" Die Frau des hochmögenden (Herrn) sagte: ""Jetzt ist die Wahrheit an den Tag gekommen. Ich wollte, daß er sich mir hingebe. Und er ist einer von denen, die die Wahrheit sagen."""  
  52 "(Joseph sagte:) ""Das (ist nunmehr klargelegt), damit er weiß, daß ich nicht im geheimen treulos gegen ihn gehandelt habe, und daß Allah die List derer, die Verrat üben, nicht zum Ziel bringt."  
  53 "Und ich behaupte nicht, daß ich unschuldig sei. Das (Menschen-) Wesen verlangt (nun einmal) gebieterisch nach dem Bösen (inna n-nafsa la-ammaaratun bis-suu§i), - davon sind jene ausgenommen, derer mein Herr sich erbarmt. Er ist barmherzig und bereit zu vergeben."""  
  54 "Der König sagte: ""Bringt ihn zu mir her, damit ich ihn für mich persönlich ausersehe!"" Und nachdem er mit ihm gesprochen hatte, sagte er: ""Von heute ab hast du bei uns Macht (und Ansehen) und genießt unser Vertrauen (innaka l-yauma ladainaa makienun amienun)."""  
  55 "Joseph sagte: ""Setz mich über die Vorräte des Landes! Ich passe gut auf und weiß Bescheid."""  
  56 So gaben wir dem Joseph Macht im Land, so daß er darin Wohnung nehmen konnte, wo er wollte (yatabauwa§u minhaa haithu yaschaa§u). Wir treffen mit unserer Barmherzigkeit, wen wir wollen, und bringen diejenigen, die tun, was recht ist (al-muhsiniena), nicht um ihren Lohn.  
  57 Aber der Lohn des Jenseits ist für diejenigen, die glauben und gottesfürchtig sind, wahrhaftig besser.  
  58 Und die Brüder Josephs kamen (nach Ägypten, um Proviant zu holen) und traten bei ihm ein. Er erkannte sie, während sie ihn für einen Fremden hielten.  
  59 "Als er ihnen nun ihre Ausstattung (mit Lebensmitteln) gegeben hatte, sagte er: ""Bringt mir (das nächste Mal) einen Bruder von euch, (einen) väterlicherseits! Seht ihr nicht, daß ich volles Maß gebe und (meinen Gästen) bestens für Unterkunft sorge?"  
  60 "Wenn ihr ihn mir nicht bringt, wird euch bei mir nichts (mehr) zugemessen, und ihr werdet nicht mehr bei mir vorgelassen."""  
  61 "Sie sagten: ""Wir werden seinen Vater drängen, daß er ihn uns hergibt (sa-nuraawidu `anhu abaahu). Wir werden es bestimmt tun."""  
  62 "Und Joseph sagte zu seinen Sklaven (fityaan): ""Tut ihre Ware (wieder) in ihr Gepäck! Vielleicht werden sie sie entdecken, wenn sie zu ihrer Familie heimgekehrt sind. Vielleicht werden sie (dann nach Ägypten) zurückkehren."""  
  63 "Als sie nun zu ihrem Vater zurückgekehrt waren, sagten sie: ""Vater! Man hat uns (für das nächste Mal) die Zuteilung versagt (falls wir unseren Bruder nicht mitbringen würden). Darum schick unseren Bruder mit uns, damit wir eine Zuteilung bekommen! Wir werden (bestimmt) auf ihn achtgeben."""  
  64 "Er sagte: ""Kann ich ihn euch auf andere Weise anvertrauen, als wie ich euch früher seinen Bruder (Joseph) anvertraut habe? Doch Allah gibt besser acht (als ihr). Niemand ist barmherzig wie er."  
  65 "Und als sie ihr Gepäck öffneten, fanden sie, daß ihre Ware ihnen zurückgegeben worden war. Sie sagten: ""Vater! Was wollen wir mehr (maa nabghie)? Da ist uns unsere Ware zurückgegeben worden. Wir werden nun unsere Leute verproviantieren und auf unseren Bruder achtgeben und (da er dabei ist) eine Kamelsladung mehr erhalten. Das ist ein leichtes Maß."""  
  66 "Er sagte: ""Ich werde ihn nicht mit euch schicken, wenn ihr mir nicht vorher vor Allah ein (bindendes) Versprechen gebt (des Inhalts), daß ihr ihn mir bestimmt (wieder) bringen werdet, - es sei denn, es ist um euch geschehen. (Wenn ihr nicht mehr am Leben seid, ist auch euer Versprechen hinfällig.) ""Als sie ihm ihr (bindendes) Versprechen gegeben hatten, sagte er: ""Allah ist Bürge für das, was wir sagen."""  
  67 "Und er sagte: ""Söhne! Geht nicht durch ein einziges Tor (in die Stadt) hinein! Geht (vielmehr) durch verschiedene Tore hinein! Ich kann euch (allerdings) vor Allah nichts helfen. Die Entscheidung (hukm) steht Allah allein zu. Auf ihn vertraue ich. Und auf ihn sollen (alle) vertrauen, die (überhaupt) Vertrauen haben."""  
  68 Und als sie da hineingingen, wo ihr Vater sie es geheißen hatte (nämlich durch verschiedene Tore), half es ihnen vor Allah nichts. Es war nichts als ein inneres Bedürfnis Jakobs, dessen er sich entledigte. Und er besaß Wissen, so wie wir es ihn gelehrt hatten. Aber die meisten Menschen haben kein Wissen.  
  69 "Als sie nun bei Joseph eingetreten waren, zog er seinen (jüngeren) Bruder in seine (unmittelbare) Nähe (aawaa ilaihi akhaahu). Er sagte: ""Ich bin dein Bruder. Mach dir nun keinen Kummer über das, was sie (seinerzeit mit mir) getan haben!"""  
  70 "Als er ihnen nun ihre Ausstattung (mit Lebensmitteln) gegeben hatte, tat er das Trinkgefäß in das Gepäck seines (jüngeren) Bruders. Hierauf rief ein Rufer aus: ""(Ihr Leute von der) Karawane! Ihr seid Diebe."""  
  71 "Sie sagten, indem sie sich ihnen zuwandten: ""Was vermißt ihr (denn)?"""  
  72 "Sie sagten: ""Wir vermissen den Pokal des Königs. Wer ihn beibringt, soll eine Kamelsladung (als Lohn) haben. Ich bürge dafür."""  
  73 "Sie sagten: ""Bei Allah! Wir sind nicht gekommen, um im Land Unheil anzurichten, und sind keine Diebe. Das müßt ihr doch wissen."""  
  74 "Sie sagten: ""Und was soll die Strafe dafür sein, wenn ihr lügt?"""  
  75 "Sie sagten: ""Derjenige, in dessen Gepäck etwas gefunden wird, soll (in eigener Person) die Strafe dafür sein (und zum Sklaven gemacht werden). So vergelten wir den Frevlern."""  
  76 Und er begann mit ihren Säcken vor dem Sack seines (jüngeren) Bruders. Hierauf holte er es aus dem Sack seines (jüngeren) Bruders heraus. So wandten wir für Joseph eine List an. Nach der Religion (dien) des Königs (von Ägypten) konnte er unmöglich seinen Bruder (in seinen Besitz) nehmen, es sei denn, daß Allah es wollte. Wir verleihen, wem wir wollen, einen höheren Rang (als den anderen). Und über jedem, der Wissen hat, ist einer, der (noch mehr) weiß.  
  77 "Sie sagten: ""Wenn er stiehlt (ist es nicht zu verwundern). Ein Bruder von ihm hat schon früher gestohlen."" Da hielt Joseph es in sich geheim und tat es ihnen nicht kund. Er sagte: ""Ihr seid schlimmer daran . Allah weiß sehr wohl, was ihr aussagt (und was gar nicht wahr ist)."""  
  78 "Sie sagten: ""Hochmögender (Herr) (yaa aiyuhaa l-`aziezu)! Er hat einen greisen alten Vater. Nimm deshalb einen von uns an seiner Stelle! Wie wir sehen, bist du ein rechtschaffener Mensch (mina l-muhsiniena)."""  
  79 "Er sagte: ""Da sei Allah vor, daß wir einen (anderen) nehmen als den, bei dem wir unser Gerät gefunden haben! Sonst wären wir Frevler."""  
  80 "Und als sie die Hoffnung (etwas) bei ihm (zu erreichen) aufgegeben hatten, gingen sie zu vertraulicher Beratung (nadschieyan) abseits. Der Älteste von ihnen sagte: ""Bedenkt ihr (denn) nicht, daß euer Vater euch vor Allah ein (bindendes) Versprechen abgenommen hat, und wie ihr früher eure Pflichten hinsichtlich Josephs vernachlässigt habt? Ich werde das Land nicht verlassen (und heimkehren), solange mein Vater es mir nicht (ausdrücklich) erlaubt oder Allah eine Entscheidung für mich trifft. Er kann am besten entscheiden."  
  81 Kehrt zu eurem Vater zurück und sagt: Vater! Dein Sohn hat gestohlen. Wir bezeugen nur, was wir wissen. Und wir konnten keine Wächter des Verborgenen sein (? wa-maa kunnaa lil-ghaibi haafiziena).  
  82 "Frag die (Bewohner der) Stadt, in der wir waren, und die (Männer der) Karawane, in der wir gekommen sind! Wir sagen (bestimmt) die Wahrheit."""  
  83 "(Sie taten, was der älteste Bruder sie geheißen hatte.) Er sagte: ""Nein! Ihr habt euch etwas eingeredet. Doch schön geduldig sein (ist meine Losung). Vielleicht wird Allah sie mir zusammen (wieder) bringen. Er ist der, der Bescheid weiß und Weisheit besitzt."""  
  84 "Und er wandte sich von ihnen ab und sagte: ""Wie gräme ich mich um Joseph!"" Aus (lauter) Trauer (und Weinen) erblindeten seine Augen. Und dann beherrschte er sich (fa-huwa kaziemun)."  
  85 "Sie sagten: ""Bei Allah! Du wirst (nicht) aufhören, von Joseph zu sprechen, bis du (schließlich ganz) siech und elend (harad) bist oder (überhaupt) umkommst."""  
  86 "Er sagte: ""Ich klage meinen Gram und meine Trauer Allah allein. Und ich weiß (auf Grund dessen, was mir) von Allah (eröffnet worden ist, manches) was ihr nicht wißt."  
  87 "Ihr Söhne! Geht hin und forschet nach Joseph und seinem Bruder! Und gebt nicht die Hoffnung auf, daß Allah Linderung (und Abhilfe) schafft (wa-laa tai§asuu min rauhi llaahi)! Nur das Volk der Ungläubigen macht sich keine Hoffnung darauf."""  
  88 "Als sie nun (wieder nach Ägypten gezogen und) bei ihm eingetreten waren, sagten sie: ""Hochmögender (Herr) (yaa aiyuhaa l-`aziezu)! Wir und unsere Leute sind in Not geraten. Und wir haben Ware von geringem Wert mitgebracht (wa-dschi§naa bi-bidaa`atin muzdschaatin). Gib uns volles Maß und zeig dich mildtätig gegen uns! Allah wird (es) denen vergelten, die sich mildtätig zeigen."""  
  89 "Er sagte: ""Wißt ihr nicht (mehr), was ihr damals in eurer Torheit mit Joseph und seinem Bruder gemacht habt?"""  
  90 "Sie sagten: ""Bist du denn Joseph?"" Er sagte: ""(Ja!) Ich bin Joseph. Und das ist mein Bruder. Allah hat sich wirklich um uns verdient gemacht. Wenn einer gottesfürchtig und geduldig ist (tut er gut daran). Allah bringt diejenigen, die tun, was recht ist (al-muhsiniena), nicht um ihren Lohn."""  
  91 "Sie sagten: ""Bei Allah! Wahrlich, Allah hat dich vor uns ausgezeichnet. Wir aber haben uns versündigt."""  
  92 "Er sagte: ""Ihr sollt heute nicht ausgescholten werden. Möge Allah euch vergeben. Niemand ist so barmherzig wie er."  
  93 "Nehmt dieses mein Hemd mit und legt es meinem Vater auf das Gesicht, dann kann er (wieder) sehen! Und kommt mit euren Leuten alle zusammen zu mir (nach Ägypten)!"""  
  94 "Als die Karawane (von Ägypten) aufbrach, sagte ihr Vater: Ich empfinde wahrhaftig den Geruch (rieh) von Joseph. Wenn ihr nur nicht behaupten würdet, ich rede dummes Zeug!"""  
  95 "Sie sagten: ""Bei Allah! Du befindest dich in deinem alten Irrtum."""  
  96 "Als nun aber der Bote mit der guten Nachricht (al-baschier) kam, legte er es ihm auf das Gesicht, und da konnte er (tatsächlich) wieder sehen. Er sagte: ""Habe ich euch nicht gesagt, daß ich (auf Grund dessen, was mir) von Allah (eröffnet worden ist, manches) weiß, was ihr nicht wißt?"""  
  97 "Sie sagten: ""Vater! Bitte (Allah) für uns wegen unserer Schuld um Vergebung! Wir haben uns versündigt."""  
  98 "Er sagte: ""Ich werde meinen Herrn um Vergebung für euch bitten. Er ist es, der barmherzig ist und bereit zu vergeben."""  
  99 "Als sie nun (allesamt nach Ägypten gezogen und) bei Joseph eingetreten waren, zog er seine Eltern in seine (unmittelbare) Nähe (aawaa ilaihi abawaihi) und sagte: ""Möget ihr, so Allah will, in Sicherheit (und Frieden) euren Einzug in Ägypten halten!"""  
  100 "Und er erhob seine Eltern (zu sich) auf den Thron. Sie aber warfen sich (voller Ehrfurcht) vor ihm nieder (kharruu lahuu sudschadan). Er sagte: ""Lieber Vater! Das ist die Deutung meines Traumgesichts von früher. Mein Herr hat es nunmehr Wahrheit werden lassen. Und er hat es (immer) gut mit mir gemeint (wa-qad ahsana bie), (damals) als er mich aus dem Gefängnis herauskommen ließ, und (jetzt, da er) euch aus der Steppe (hierher in das Kulturland) gebracht hat, nachdem der Satan zwischen mir und meinen Brüdern (zu Bosheit und Gehässigkeit) aufgestachelt hatte (nazagha). Mein Herr ist gütig, zu dem er will (rabbie latiefun li-maa yaschaa§u). Er ist der, der Bescheid weiß und Weisheit besitzt."  
  101 "Herr! Du hast mir (in Ägypten) Herrschergewalt gegeben und hast mich gelehrt, Träume zu deuten. Du Schöpfer von Himmel und Erde! Du bist im Diesseits und im Jenseits mein Beschützer. Laß mich (dereinst) als Muslim sterben und nimm mich (dann) unter die Rechtschaffenen (as-saalihiena) auf!"""  
  102 Dies gehört zu den Geschichten, deren Kenntnis (den gewöhnlichen Sterblichen) verborgen ist. Wir geben es dir (als Offenbarung) ein. Und du warst nicht bei ihnen, als sie sich zusammentaten und Ränke schmiedeten.  
  103 Und die meisten Menschen sind nicht gläubig, du magst noch so sehr darauf aus sein.  
  104 Und du verlangst von ihnen keinen Lohn dafür (daß du ihnen die Offenbarung verkündest). Es ist (keine persönliche Angelegenheit, vielmehr) eine Mahnung für die Menschen in aller Welt (al-`aalamuun).  
  105 Und an wie manchem Zeichen im Himmel und auf Erden gehen sie achtlos vorbei!  
  106 Und die meisten von ihnen glauben nicht an Allah, ohne (ihm gleichzeitig andere Götter) beizugesellen.  
  107 Sind sie denn sicher daß (nicht) von Allah eine Strafe über sie kommt die (alles) zudeckt(? dhaaschiya), oder (daß nicht) plötzlich die Stunde (des Gerichts) über sie kommt, ohne daß sie es merken?  
  108 Sag: Das ist mein Weg. Ich rufe (euch) zu Allah aufgrund eines sichtbaren Hinweises (`alaa basieratin), ich und diejenigen, die mir folgen. Allah sei gepriesen! (Wie dürfte man ihm andere Wesen als Götter beigesellen!) Ich bin keiner von den Heiden.  
  109 Und wir haben vor dir (immer) nur Männer (als unsere Gesandten) auftreten lassen, denen wir (Offenbarungen) eingaben, (Männer) von den Bewohnern der Städte. Sind sie denn nicht im Land umhergezogen, so daß sie schauen konnten, wie das Ende derer war, die vor ihnen lebten? Die Behausung des Jenseits ist für diejenigen, die gottesfürchtig sind, wahrhaftig besser. Habt ihr denn keinen Verstand?  
  110 Als dann die Gesandten schließlich die Hoffnung aufgaben (daß Allah noch eingreifen werde) und (schon) meinten, sie würden (mit ihrer Verkündigung) belogen, kam unsere Hilfe zu ihnen. Und dann wurde errettet (nudschiya), wen wir (erretten) wollten. Aber vom Volk der Sünder wird unsere Gewalt (ba§s) nicht abgewandt.  
  111 Wahrlich, in ihren Geschichten ist eine Lehre (`ibra) für die Verständigen. Und es ist keine Geschichte, die aus der Luft gegriffen wäre. (Es ist) vielmehr eine Bestätigung dessen, was (an Offenbarung) vor ihm da war, und setzt alles (im einzelnen) auseinander - eine Rechtleitung und Barmherzigkeit für Leute, die glauben.